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ARCHIV > 2008
STV Seniorenwanderung Gspon 14.08.08
Willi tat gut daran, die Wanderung für einmal zu verschieben. Bei dem Sudelwetter, das am geplanten Wandertag herrschte, hätte man kaum einen Hund vor die Türe gejagt.
Die Wolkendecke hing noch tief über den Bergen, als sich die 23 Wandervögel im Zug dem Oberland näherten. Umso erfreuter waren alle, als der Cisalpino mit 200 kmh in 11 Minuten nach 34.6km (genau nach Willis Programm) aus dem Loch in das sonnige Wallis schoss. In Visp wurde auf die Schmalspurbahn Richtung Zermatt gewechselt, um sie in Stalden-Saas schon wieder zu verlassen.
Von dort beförderte uns die kleine Seilbahn in 10er Paketen weiter nach Gspon auf 1895m. Herrlich war es auf der Sonnenterrasse des Restaurants Alpenblick den heiss ersehnten Kaffee zu geniessen. Von Gspon führte der Wanderweg erst am höchstgelegenen Fussballfeld vorbei, wo kürzlich die Fussball Bergdorf-EM auf 2008m ausgetragen wurde. Der immer etwas ansteigende Wanderweg durchquerte mal lockere Waldpartien mit knorrigen Tannen, mal saftige Weiden, wo uns die Schwarznasen-Schafe begrüssten. Von Zeit zu Zeit gab es einen kleinen Abstieg in die Runsen der Bergbäche. Aber immer umgab uns das wunderbare Panorama mit Dirruhorn und Weisshorn im Süden sowie das Breithorn und die markante Nadel des Bietschhorns im Norden - wie uns ein Einheimischer in bestem Walliserdialekt erklärte. Nach gut 1 3/4 Stunden erreichten wir die Abzweigung, wo sich die Gruppe in diejenigen, die den Abstieg nach Giw unter die Füsse nahmen und in die 9 Langstreckenwanderer in Richtung Gebidumpass, aufteilte. Nach einem kurzen Rast und dann einer weiteren Stunde Aufstieg waren die 30'000cm Höhenunterschied geschafft.
Wie ein breiter Rücken dehnte sich die Alpweide auf der Passhöhe aus, begrenzt durch die Sennerei auf der einen und durch den in einer Mulde liegenden Gebidumsee auf der andern Seite. Die Aussicht war unbeschränkt und das Panorama der Walliseralpen zeigte sich in voller Pracht. Ganz unten im Tal konnte sogar das Südportal des Lötschberg Tunnels ausgemacht werden.
Um den von Willi vorgegebenen Zeitplan einzuhalten, war die Mittagsrast am See nur von kurzer Dauer. Aber das hielt Hans den Zweiten nicht davon ab, seine Neugierde zu befriedigen, die durch einen wie ein Tipi geformten Unterstand geweckt wurde. Nach dem kurzen Aufenthalt führte uns Max weiter in Richtung Giw, wo sichwieder ein Teil der Langstreckenwanderer abspaltete und sich der ersten Gruppe im Bergrestaurant anschloss. Da waren es noch 5, die den steilen Abstieg bis Visperterminen in Angriff nahmen. Und er war dann auch steil. Bald erreichten wir die Bergkappelle - die oberste Station des Passionsweges von Visperterminen. Nach deren Besichtigung führte der Weg weiter an mehreren kleinen Gedenkstätten vorbei - aufgereiht gleich Perlen eines Rosekranzes. Auf dem letzten Drittel des Abstieges überholten uns fröhlich von der Seilbahn winkend die Kollegen der ersten Gruppe.
Fast gleichzeitig erreichte dann die ganze Wandergesellschaft Visperterminen, wo uns Willi freien Ausgang zur Besichtigung des Dorfes gab. Das alte Dorf auf 1337m wurde berühmt durch den höchst gelegenen Weinbau - den Heidawein. Der Dorfkern mit seinen von der Sonne gegerbten Walliser Häusern und Speichern glich eher einem Museum, ein Stück alte Schweiz. Die Besichtigung wurde kurz, denn der Durst drängte die meisten in die nächste Gaststätte. Mit einem letzten Blick ins Tal und zu den Walliseralpen verabschiedeten wir uns von Visperterminen. Ach ja, erst vom Postauto aus erblickten wir dann auf der Heimfahrt die berühmten Weinberge auf über 1000m. Es war eine wunderschöne Wanderung mit viel Abwechslung. Auch Petrus sei gedankt, dass er uns den Himmel fast wolkenlos hielt. Und wieder herzlichen Dank von allen an Willi zur 176. Wanderung.
Carlo
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