Rendez-vous bei Petite Gilberte

Et voilà, die "Tour de France" von Carlo kann beginnen. Neun Biker sind in der Mannschaft, Pässe und ID auf Mann, denn es geht hin und zurück von der Schweiz nach Frankreich an diesem Traumtag vom 26. Juli. Ab Laufen (351 m) bis St. Ursanne (443 m), eine Route mit kulturellen Hintergründen. Der Jura ist vergleichbar mit dem Emmental, Ebenen sind rar, also sind Übersetzungen nützlich. Es geht gleich hoch nach Röschenz und Kleinlützel. Bald passieren wir den Zoll, doch welcher Frust: Grenzkontrollen keine, die Gebäude verwaist, wie später bei allen Grenzüberschreitungen. Bei Lucelle befahren wir wieder Schweizer Gebiet, treffen nach 36 km und einem Schnitt von 17,5 km am historischen Ort Courgenay ein. Längst nicht alle kannten vorher die Stätte der Petite Gilberte (1914-1918). Leider bekommen wir beim Café die legendäre Petite Gilberte nicht zu sehen, hat gerade Zimmerstunde. Also geht’s weiter Richtung Porrentruy. Wir können staunen: überall schmucke, saubere Dörfer und freundliche Menschen auf der Juraroute 7 mit Hinweisen auf die Dinosaurier. Die Grotte von Réclère wird anvisiert, natürlich ist sie zu oberst auf der Höhe (667 m), so ein "Chrampf"! Um 12.30 nehmen wir nach 3 Stunden 20 Minuten die Terrasse des Hotels in Beschlag. Freundliches und schnelles Personal verwöhnt uns: Salade, Filet de boef rôti garni, Pommes frites für Fr. 19.50! Die Tropfsteinhöhle lockt für einen stündigen Besuch. Danach sind die Körper wieder einsatzfähig. Eine Schussfahrt hinunter nach Vaufrey versetzt uns in Temporausch. Lange rollen wir wie bei einem Mannschaftszeitfahren nun wieder auf französischem Boden dem Doubs entlang. St. Ursanne ist unser Ziel. Doch schon wieder heisst es, sich im kleinen Gang hoch kämpfen bis zum Bahnhof. Carlos Zeitplan stimmt. Nach 83,3 km Auf und Ab und total 4 Std 40 sind wir um 16 Uhr da. 15 Minuten später (der nun einsetzende Regen stört uns nicht) lassen wir uns im Zug nach Delémont fahren, geniessen im Trockenen den verdienten Trunk, bevor es zurück nach Biel geht. Il faut le faire! Bravo!

Heinz Brönnimann

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